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Stammbaum erstellen: Vorlage, Online-Dienst oder Programm?

Stammbaum erstellen leicht gemacht: Vorlage, Online-Dienst oder Stammbaum-Programm im Vergleich, die passenden Ansichten und 5 Schritte zum belegten Familienstammbaum.

Von Rudolf Fraedrich

„Stammbaum erstellen“ – das klingt nach einem Nachmittag mit Vorlage und Stift. Wer es einmal versucht hat, weiß: Nach drei Generationen ist das Blatt voll, nach dem ersten Fund im Kirchenbuch stimmt die Hälfte nicht mehr, und die Urgroßmutter hatte offenbar zwei Ehemänner. Hier steht, welcher Weg zu welchem Ziel passt – und woran die meisten Stammbäume scheitern.

Ganz am Anfang? → Zur großen Anleitung: Ahnenforschung Schritt für Schritt

Drei Wege, einen Stammbaum zu erstellen

1. Vorlage zum Ausfüllen (Papier oder PDF)

Eine Stammbaum-Vorlage ist der schnellste Einstieg: ausdrucken, Namen eintragen, fertig. Für ein Geschenk, ein Schulprojekt oder den Überblick über drei bis vier Generationen ist das ideal.

  • Gut: sofort fertig, kein Programm, schön zum Aufhängen
  • Grenze: kein Platz für Geschwister, zweite Ehen, Quellen oder Korrekturen

2. Online-Dienste (MyHeritage, Ancestry, FamilySearch)

Online-Stammbäume schlagen Treffer aus Datenbanken vor und lassen sich mit Verwandten teilen. Dafür liegen deine Familiendaten auf fremden Servern, und die wirklich nützlichen Funktionen kosten meist ein Abo.

  • Gut: Treffervorschläge, DNA-Abgleich, Zugriff von überall
  • Grenze: Abo, Daten in der Cloud, Treffer oft ungeprüft übernommen

3. Ein Stammbaum-Programm auf dem eigenen Rechner

Ein Programm wie Ahnenblatt, Gramps oder der Ahnenpfad Kompass berechnet den Stammbaum aus deinen erfassten Personen. Du zeichnest nichts – du gibst Eltern, Kinder und Ehepartner an, der Baum entsteht von selbst und bleibt bei jeder Korrektur richtig.

  • Gut: beliebig viele Generationen, alle Ansichten aus denselben Daten, Daten bleiben bei dir
  • Grenze: etwas Einarbeitung, am Anfang mehr Tipparbeit als eine Vorlage

Woran die meisten Stammbäume scheitern

Nicht an der Technik. Sondern daran, dass nach einem Jahr niemand mehr weiß, woher eine Angabe stammt. Steht das Geburtsjahr 1871 auf der Urkunde – oder hat es Tante Erna so erzählt? Wer das nicht festhält, baut den Stammbaum irgendwann zweimal.

Deshalb drei Regeln, ganz gleich, welchen Weg du wählst:

  1. Zu jeder Angabe die Quelle notieren – Urkunde, Kirchenbuch, Signatur, Archiv.
  2. Vermutung und Beleg trennen. „Wahrscheinlich aus Gumbinnen“ ist eine offene Frage, kein Geburtsort.
  3. Orte mit altem und heutigem Namen erfassen. Gerade in Ostpreußen, Schlesien und Pommern entscheidet der Ort, in welchem Archiv die Urkunde liegt.

Welche Stammbaum-Ansicht brauchst du?

  • Vorfahrentafel (Ahnentafel): du in der Mitte, dahinter Eltern, Großeltern, Urgroßeltern. Die klassische Ansicht für die Ahnenforschung, meist mit Kekulé-Nummern.
  • Vorfahren mit Geschwistern: wie oben, dazu die Geschwister jeder Generation – so sieht man Onkel und Großtanten.
  • Nachfahrentafel: ein Stammvater oder eine Stammmutter oben, darunter alle Kinder, Enkel und Urenkel. Ideal fürs Familientreffen.
  • Verwandtschaftstafel: alle Verwandten einschließlich Cousins, mit Bezeichnungen wie „Großtante“.

Ein gutes Programm erzeugt alle diese Ansichten aus denselben Daten. Im Ahnenpfad Kompass sind es fünf, umschaltbar mit einem Klick, im klassischen Hochformat oder quer.

Stammbaum erstellen in 5 Schritten

  1. Mit dir selbst anfangen und rückwärts arbeiten: Eltern, Großeltern – nur, was du sicher weißt.
  2. Familie befragen und vorhandene Papiere sammeln: Familienstammbuch, Ahnenpass, Sterbebilder, Briefe.
  3. Jede Person mit Datum, Ort und Quelle erfassen – im Programm oder auf einem Erfassungsbogen.
  4. Lücken als Fragen notieren: „Wer waren die Eltern von Wilhelm?“ Daraus werden später Archivanfragen.
  5. Erst dann gestalten: Poster, PDF oder eine ganze Familienchronik.

Und wenn der Stammbaum fertig ist?

Ein Stammbaum ist nie fertig – aber er kann vorzeigbar werden. Viele wollen am Ende etwas in der Hand halten: einen Stammbaum zum Aufhängen oder eine Familienchronik mit Lebensläufen und Fotos. Beides lässt sich aus denselben Daten erzeugen, wenn sie sauber erfasst sind.

Der Ahnenpfad Kompass erstellt deinen Stammbaum automatisch aus deinen Personen – in fünf Ansichten, mit Kekulé-Nummern, Fotos und Orten mit deutschem und heutigem Namen. Dazu Quellen mit Urkunden, Archivanfragen, eine Karte aller Familienorte und eine fertige Familienchronik als PDF. Windows, offline, ohne Abo. Vorhandene Daten aus Ahnenblatt, MyHeritage oder Ancestry übernimmst du per GEDCOM.

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